Fragen und Antworten

Welche Vorteile ermöglicht Ihrer Meinung nach der Move me allgemein für querschnittsgelähmte oder stark gehbehinderte Personen?
Jos Remkes: Die beste Werbung ist, dass es relativ einfach ist (sogar für „schwierige“ Fälle wir Ruzhdi), sich mit dem Move me fortzubewegen. Bis jetzt hatte jeder Proband das Gerät schnell unter Kontrolle. Man soll dabei bedenken, dass Ruzhdi noch nie in seinem Leben gestanden hat! Ein anderer Aspekt ist, dass der Patient supergut motiviert ist, um das Training, das notwendig ist, um richtig mit dem Move me umzugehen, mitzumachen (Training Gleichgewichtsgefühl, Erhöhung der Bauch- und Rückenmuskulatur etc.)
Martina van Rossum: Die andere Perspektive, der Kontakt auf Augenhöhe und die viel größere Beweglichkeit als im Rollstuhl sind große Vorteile, die sich auch positiv auf das Selbstwertgefühl der Betroffenen auswirken. Man ist viel schneller und wendiger.
Welche Vorteile ergeben sich aus physiotherapeutischer Sicht?
Jos Remkes: Aufbau der Beinmuskulatur (Stehfunktion), Vermeidung und Bekämpfung von Verkürzungen der Bänder und Sehnen in den Hüft- Knie- und Fußgelenken, Förderung des Gleichgewichtsgefühls (z.B. durch Druckausübung auf den Fußflächen) Vermeidung von Kontrakturbildung (Muskelverkürzung durch Sitzhaltung im Rollstuhl) Verstärkung der Rumpf- und Bauchmuskulatur. Die Wirbelsäule wird gestreckt. Vorbeugung Herz- Kreislaufprobleme.
Welche Vorteile ergeben sich in sozialer Hinsicht?
Jos Remkes: Im Freizeitbereich: zum Einkaufen, um Besuche zu machen, in die Kneipe gehen.
Welche Anwendungsmöglichkeiten sehen Sie im Therapiebereich?
Jos Remkes: Wenn man mit dem Move me fahren möchte, ist es wichtig, ein gutes Gleichgewichtsgefühl zu haben. Man muss in der Lage sein, das Gleichgewicht zu verlagern (seitlich, rückwärts). Diese Fähigkeit ist eine gute Vorbereitung, um in der Reha wieder stehen oder laufen (mit Krücken oder Rollator) zu können.
Martina van Rossum: Einsatz zum Stehtraining, als arbeitsbegleitende Maßnahme, zur Förderung der Selbstständigkeit im Alltag, zur Motivation. Ein begleitendes Trainingsprogramm ist sehr wichtig. Hier kann man Ressourcen der einzelnen Betroffenen sehen und fördern.
Welche Anwendungsmöglichkeiten sehen Sie im Alltag der Betroffenen?
Jos Remkes: Der Betroffene könnte zum Beispiel im Stehen arbeiten, aber auch ganz andere Arbeiten machen (z.B. Sachen bringen /abholen) Der Betroffene hat mehr Möglichkeiten, sinnvoll zu arbeiten.
Martina van Rossum: Im Freizeitbereich: zum Einkaufen, um Besuche zu machen, in die Kneipe gehen.
Könnten sich Fahrten mit dem Move me positiv auf Selbstwertgefühl und Lebensqualität der Betroffenen auswirken?
Jos Remkes: Natürlich: mehr Möglichkeiten bei der Arbeit, Selbstständigkeit, auf Augenhöhe kommunizieren, nicht mehr vom Rollstuhl abhängig, aktive Teilnahme an der Gesellschaft.
Martina van Rossum: Auf jeden Fall!
Welche Nachteile oder Gefahren könnten sich beim Einsatz des Move me ergeben?
Jos Remkes: Da der Umgang mit dem Move me relativ einfach zu erlernen ist, könnte das auch zu Selbstüberschätzung führen. Dem Patienten muss richtig erklärt werden, wie man mit dem Move me umgehen soll. Die Gefahr, nach vorne oder hinten zu kippen, kann man nicht ganz ausschließen.
Martina van Rossum: Unfallgefahr durch Umkippen / Selbstüberschätzung / Möglicherweise Bequemlichkeit: wer sonst mit dem Rollator geht, wird nicht mehr viel laufen, wenn er einen Move me zur Verfügung hat.
Was könnte aus ihrer Sicht verbessert werden?
Jos Remkes: Vielleicht müsste man die Möglichkeit einbauen, dass der Patient sich während der Fahrt auf dem Move me ausruhen und entspannen kann (ohne abzusteigen). Sonst soll versucht werden, das Auf- und Absteigen zu vereinfachen. Der Move me soll ja die Selbstständigkeit vergrößern, dazu gehört auch das Auf- und Absteigen. Um die Möglichkeiten bei der Arbeit oder im Alltag zu vergrößern, wäre vielleicht ein abnehmbarer Tisch sinnvoll.
Martina van Rossum: Man sollte den Move me erst einschalten können, wenn man richtig darauf steht, denn das Ruckeln das Gerätes bringt eine Menge Unruhe. Vielleicht sollte man das Geländer polstern.
Welche Entwicklung konnten Sie bei Ruzhdi seit Beginn der Probefahrten beobachten?
Jos Remkes: Bevor die Proben mit dem Move me anfingen, war Ruzhdi nicht so richtig motiviert, um seine Situation zu verbessern. Seitdem er weiß, was mit dem Move me möglich ist, hat er sich stark verändert. Er hat jetzt ein Ziel. Er weiß, wie es ist, stehen zu können und sich im Stehen zu bewegen. Außerdem hat sich die Kraft der Rumpf- und Beinmuskulatur deutlich verbessert, die Wirbelsäule ist gerader geworden. Auch wenn man im Rollstuhl sitzt und aktiv damit fährt, sind diese Aspekte sehr wichtig.
Martina van Rossum: Ruzhdi ist insgesamt viel positiver geworden. Die Move-me-Fahrten sind eine große Motivation für sein Training. Er hat auch körperlich große Fortschritte gemacht. Vor der ersten Probefahrt haben wir das Stehen am Barren geübt. Das ging zuerst nur für ca. 20 Sekunden. Jetzt kann Ruzhdi schon 1 bis 2 Minuten frei stehen. Er macht regelmäßig Situps, um seine Bauch- und Rückenmuskulatur zu stärken. Ruzhdi ist sehr stolz auf seine Fortschritte und freut sich immer auf die nächste Fahrt.
Fragen die Sie uns gerne Stellen möchten und für andere Kunden wichtig sein könnten werden wir Ihnen gerne beantworten und gegebenfalls in unserem FAQ veröffentlichen. Bitte Kontaktieren Sie uns über unser Kontaktformular oder dirket an info@sportlane.de