Interview, Martina van Rossum

von Dagmar Hofer

Interview Martina van Rossum, Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung behinderter Menschen

Frage: Welche Vorteile ermöglicht Ihrer Meinung nach der Move me allgemein für querschnittsgelähmte oder stark gehbehinderte Personen?
Martina van Rossum:  Die andere Perspektive, der Kontakt auf Augenhöhe und die viel größere Beweglichkeit als im Rollstuhl sind große Vorteile, die sich auch positiv auf das Selbstwertgefühl der Betroffenen auswirken. Man ist viel schneller und wendiger.
Frage: Welche Anwendungsmöglichkeiten sehen Sie im Therapiebereich?
Martina van Rossum:  Einsatz zum Stehtraining, als arbeitsbegleitende Maßnahme, zur Förderung der Selbstständigkeit im Alltag, zur Motivation. Ein begleitendes Trainingsprogramm ist sehr wichtig. Hier kann man Ressourcen der einzelnen Betroffenen sehen und fördern.
Frage: Welche Anwendungsmöglichkeiten sehen Sie im Alltag der Betroffenen?
Martina van Rossum:  Im Freizeitbereich: zum Einkaufen, um Besuche zu machen, in die Kneipe gehen.
Frage: Was würdest du machen, wenn du einen eigenen Move me hättest?
Frage: Könnten sich Fahrten mit dem Move me positiv auf Selbstwertgefühl und Lebensqualität der Betroffenen auswirken?
Martina van Rossum:  Auf jeden Fall!
Frage: Welche Nachteile oder Gefahren könnten sich beim Einsatz des Move me ergeben?
Martina van Rossum:  Unfallgefahr durch Umkippen / Selbstüberschätzung / Möglicherweise Bequemlichkeit: wer sonst mit dem Rollator geht, wird nicht mehr viel laufen, wenn er einen Move me zur Verfügung hat.
Frage: Was könnte aus Ihrer Sicht verbessert werden?
Martina van Rossum:  Man sollte den Move me erst einschalten können, wenn man richtig darauf steht, denn das Ruckeln das Gerätes bringt eine Menge Unruhe. Vielleicht sollte man das Geländer polstern.
Frage: Welche Entwicklung konnten Sie bei Ruzhdi seit Beginn der Probefahrten beobachten?
Martina van Rossum:  Ruzhdi ist insgesamt viel positiver geworden. Die Move-me-Fahrten sind eine große Motivation für sein Training. Er hat auch körperlich große Fortschritte gemacht. Vor der ersten Probefahrt haben wir das Stehen am Barren geübt. Das ging zuerst nur für ca. 20 Sekunden. Jetzt kann Ruzhdi schon 1 bis 2 Minuten frei stehen. Er macht regelmäßig Situps, um seine Bauch- und Rückenmuskulatur zu stärken. Ruzhdi ist sehr stolz auf seine Fortschritte und freut sich immer auf die nächste Fahrt.

Zurück